Ziel: Waldkapelle, Groß Reken/ Maria Veen
Strecke: 28 km
Start- und Zielpunkt für die folgenden 28 Kilometer ist der Bahnhof in Lette. Parallel zur Bahnlinie fahren wir bis zur Bruchstraße und biegen links ab. Zwischen Tennishalle und dem Reitplatz führt der Weg wieder nach links. Von nun an geht es praktisch durch Feld und Wiesen geradeaus
- oder wie man zu sagen pflegt: immer der Nase nach.

altNachdem wir einige stolze Höfe passiert haben, kann man links die Anlagen des Campingplatzes "Lönsquelle" erkennen. Direkt am Wirtschaftsweg hinter einem Wall liegt ein Fischteich, der geradezu zum Pausieren einlädt.

Schon von weitem kann man die Windkraftanlage am Hofe Steens erkennen. Diese Windkraftanlage war die erste, die in Lette errichtet wurde. Die drei 15 Meter langen Rotorblätter auf dem 50 Meter hohen Turm erzeugen, wenn der Wind geht, 2000 Kilowatt Strom in der Stunde. Ohne Wind läuft nichts. Da müßte dann ein Politiker her, weil diesen nachgesagt wird, daß sie "immer soviel Wind machen". Wenn man auf Höhe der riesigen grünen Silobehälter der Entsandungsanlage ist, heißt es rechts abbiegen. Auf der schlechten Wegstrecke wird man richtig durchgeschüttelt.

Am Ende des Weges müssen wir links ab; es lohnt sich aber, nach rechts abzubiegen. Nach circa 400 Metern kommen wir zur Jansburg im Letter Bruch. Ein Schild vor dem mit Farn und Birken bewachsenen Erdwall zeigt an, daß hier die Überreste einer alten Schutzburg dahindämmern. Man vermutet, daß diese Anlage während der fränkisch-sächsischen Auseinandersetzungen im 8. Jahrhundert als Flieh- und Schutzburg für die Bauern der Umgebung samt Vieh diente. Nach diesem Ausflug in die Geschichte geht es zurück auf unsere Tourstrecke.

Beim Überqueren der B 67 ist größte Vorsicht geboten. In Maria Veen biegen wir nach links in den Heideweg. Rechts, links, rechts fahren und wir nähern uns auf befahrbaren Waldwegen der Waldkapelle oder Eremitage. Dieser Ort ist, wie auf der Bronzetafel zu sehen ist, schon vor 300 Jahren urkundlich erwähnt. Der Fürstbischof Maximilian Heinrich, Kurfürst von Köln, ordnete 1686 laut einer Urkunde an, eine Quelle mit behauenen Steinen einzufassen. Diese Quelle ist heute versiegt. Wo sie sich befand, ist schwer zu sagen.

Bei der Quelle befand sich seinerzeit sogar eine kleine Andachtsstätte, die laut Urkunde bis 1776 vorhanden gewesen ist, also noch in der Zeit, als der erste Eremit sein Wohnhaus an der jetzigen Stelle erbaute.

Wir verlassen diesen ehrwürdigen, stillen Ort und begeben uns langsam auf die Rückreise. Auf der Landstraße L 600 durchqueren wir die Bauernschaft Sandbeck und überqueren wieder ganz vorsichtig die B 67 in Höhe des Parkplatzes. An der Kreuzung, wo fünf Wege zusammentreffen, nehmen wir den rechten Abzweig und erreichen kurz vor der L 554 wieder den Kreis Coesfeld.

In Höhe der Gaststätte "Wiesweg" verlassen wir die L 554 und erreichen nach zweimaligem Rechtsabbiegen die Straße durch den Zuschlag. Beim "Zuschlag" handelt es sich um ein naturschönes Waldgebiet. Der Weg führt mal auf mal ab durch dieses idyllische Fleckchen. Man erwartet, daß jeden Augenblick "Hänsel und Gretel" aus dem Wald kommen. Doch schon bald werden wir wieder mit der Gegenwart konfrontiert; links erstrecken sich die umfangreichen Gebäude der Bundeswehrkaserne. Ein kurzes Stück weiter biegen wir rechts ab, unter der Bahnlinie her und nun führen alle Wege nach Lette. Am Bahnhof endet die Tour und wir freuen uns auf eine schäumende Erfrischung.


 
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